Beratungsleistungen für Messstellenbetriebe

Das Mess- und Zählerwesen befindet sich im Wandel. Die Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme ist im EnWG fest verankert und wurde mit dem im Juni 2016 durch den Bundestag verabschiedeten „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ konkretisiert. Aus diesem Gesetz ergeben sich neue Anforderungen an (grundzuständige) Messstellenbetreiber. Zentraler Bestandteil des Gesetzentwurfes ist ein eigenständiges Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), das unter anderem die organisatorischen Anforderungen an den Messstellenbetrieb, die technischen Anforderungen an intelligente Messsysteme sowie die zeitlichen Vorgaben zur Umsetzung der Einbauverpflichtung und Vorgaben zur Finanzierung von Rollout und Messstellenbetrieb enthält. Mit Inkrafttreten des Gesetzes bzw. Beginn des Rollouts intelligenter Messsysteme 2017 ist auch die Gateway-Administration umzusetzen. Die Aufgabe der Gateway-Administration ist organisatorisch der Marktrolle des grundzuständigen Messstellenbetreibers (gMSB) zugeordnet, die in der Regel durch den Netzbetreiber übernommen wird.

Für die Marktteilnehmer ergibt sich daraus der Bedarf, die Anforderungen zu beleuchten, die sich aus den aktuellen gesetzlichen Vorgaben ergeben, um konkrete Fragestellungen hinsichtlich der eigenen Position und möglichen Handlungsoptionen im Themenfeld Messstellenbetrieb und speziell Smart Meter Gateway Administration (SMGA) abzuleiten. Wir helfen Ihnen bei der Ableitung der Anforderungen und erarbeiten mit Ihnen Ihre zukünftige strategische Ausrichtung. Gern erläutern wir Ihnen unsere Vorgehensweise anhand von Beispielen:

Beratung für Messstellenbetriebe

Organisationskonzept gMSB

Zur Erfüllung der verschiedenen Anforderungen wird der gMSB neue Prozesse, Systeme und Schnittstellen in die bestehende Aufbau- und Ablauforganisation integrieren müssen. Dies geht einher mit steigenden personellen Anforderungen in Bezug auf die verfügbare Kapazität sowie das benötigte Know-how. Um eine nachhaltige Integration der relevanten Prozesse, unter der Nebenbedingung einer effizienten und gesetzeskonformen Erfüllung der Anforderungen zu gewährleisten, müssen die neuen Prozesse und Schnittstellen mit den bestehenden Abläufen und Strukturen im Unternehmen harmonisiert werden.

Zur Erarbeitung eines Organisationshandbuches für den grundzuständigen Messstellenbetrieb sowie die Smart Meter Gateway Administration schlagen wir ein dreistufiges Vorgehen bestehend aus Projektinitialisierung (Kick-off und Bestandsaufnahme), Analyse sowie Konzeption vor.

Projektinitialisierung

  • Gemeinsamer Projekt-Kick-off zur Vorstellung und Abstimmung der Ausgangssituation, Zielsetzung und Vorgehensweise des Projektes
  • Einheitliches Verständnis über Projektvorgehen, Ziele sowie wesentliche Rahmenbedingungen erreichen

Analyse

  • Kurze und pragmatische Bestandsaufnahme: Aufnahme der vorhandenen IT-Systemlandschaft, Erhebung relevanter Mengengerüste (auszubringende Messsysteme und moderne Messeinrichtungen), Abstimmung Prozessmodell
  • Prozessworkshops: Abgleich Referenzprozesse mit Gegebenheiten des Kunden, Dokumentation der Abweichungen (bilden Grundlage für Modellierung der SOLL-Prozesse), Definierung der zukünftigen Fertigungstiefe in Messstellenbetrieb und Gateway-Administration

Konzeption

  • Berechnung des internen Personalaufwandes
  • Entwicklung verschiedener Umsetzungsszenarien
  • Vorstellung und Diskussion der Szenarien in gemeinsamen Zielfunktionsworkshops
  • Präsentation der Projektergebnisse vor Ort sowie Übergabe der Ergebnisdokumente

Im Ergebnis steht ein gemeinsames Zielbild, das eine Aufbauorganisation inklusive der Aufgaben gMSB und GWA zeigt. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zum Thema Messstellenbetrieb haben. Unsere Berater stehen Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung!

Wasseruhr

Rolloutberatung

Nach den Vorgaben des MsbG sind ab 2017 bei Verbrauchsstellen mit einem Jahresverbrauch von über 10.000 kWh sowie bei EEG-Anlagen mit einer installierten Leistung von mindestens 7 kWp innerhalb von acht Jahren verpflichtend intelligente Messsysteme einzubauen. Verbrauchstellen mit einem Jahresverbrauch von über 6.000 kWh folgen ab dem Jahr 2020. Bei allen übrigen Abnahmestellen sind ab 2017 bis 2032 bei Turnuswechsel mindestens moderne Messeinrichtungen (also Zähler, die durch Verbindung mit einem Gateway zu intelligenten Messsystemen erweitert werden können) zu installieren.

Die Erfüllung der Einbauverpflichtungen des Messstellenbetriebsgesetzes stellt für Stadtwerke eine wirtschaftliche, logistische und personelle Herausforderung dar: Mit den gemäß der Preisobergrenze erzielbaren Messentgelten sind komplexere Prozesse und Systeme zu finanzieren. Der Einbau intelligenter Messsysteme (innerhalb von acht Jahren) lässt sich zudem nicht in jedem Fall mit ohnehin anstehenden Turnuswechseln (bei derzeit üblicher Eichfrist von 16 Jahren) synchronisieren.

Für Netzbetreiber gilt es daher rechtzeitig zu bewerten, welche Mengen in welchem Jahr von der Einbauverpflichtung betroffen sind, welche Kosten und Messentgelte daraus resultieren sowie davon ausgehend Potenziale zur Optimierung des Rolloutpfades zu ermitteln und zu erschließen. Das erfordert eine Auswertung der Geräte- und Verbrauchsdaten, die Aufbereitung dieser Daten (Fälligkeit der Einbauverpflichtung, Turnusfälligkeit etc.), die Ermittlung von Optimierungspotenzialen (z. B. Vorziehen von Pflichteinbaufällen gleicher/ähnlicher Lokation zur Reduktion von Anfahrten, Glättung der Auslastung über den Betrachtungszeitraum etc.), sowie die Hochrechnung der Kosten und Entgelte des Messstellenbetriebs gemäß des voraussichtlichen Rolloutpfades. Zur Durchführung der Mengenanalyse schlagen wir ein mehrstufiges Projektvorgehen bestehend aus Initialworkshop, Datenanalyse, Auswertung und Ergebnispräsentation vor.

Projektinitialisierung

  • Gemeinsamer Projekt-Kick-off zur Vorstellung der Vorgehensweise
  • Abgrenzung des Untersuchungsbereiches sowie Klärungen der Rahmenbedingungen für die Datenanalyse
  • Erhebung zusätzlicher benötigter Informationen zur Analyse und Bewertung

Datenanalyse

  • Auslesen der Gerätedaten sowie der Verbrauchsdaten
  • Aufbereitung der Daten nach Turnusfälligkeit, Einbauverpflichtung, Geräteart etc.

Auswertung

  • Ermittlung von Szenarien des Rolloutpfades (Basisszenario + Auswahl an Optimierungsszenarien)
  • Wirtschaftliche Bewertung des Rolloutpfades

Ergebnispräsentation

  • Präsentation der Projektergebnisse vor Ort
  • Erstellung von Ergebnisdokumenten

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zum Thema Messstellenbetrieb haben. Unsere Berater stehen Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung!

EEG-Anlagen